AMANSALPE (1344 m)

Lage: 

Die Amannsalpe befindet sich an einen Abhang des Söllerecks, direkt oberhalb des Ortsteils Wald in Riezlern. Auf alten Karten gab es noch einen eingezeichneten Pfad, welcher von der Amannsalpe die Parzelle Wald verband.. 

Sie grenzt direkt an das Walser Älpele und auf der anderen Seite an die Mittelalpe. 

32 Weiderechte hatte sie laut Aufzeichnungen. Nach Liste der österreichischen Agrargemeinschaften ist die Ammansalpe aktuell 60,03 ha groß.  

Geschichte:

Es gibt ein Alpbuch welches im Jahr 1740 startet. 

 

Hier stand einst ein Gasthaus, wo sich Fuhrleute, Träger und Fußgänger trafen.

Die am rechten Ufer der Breitach wohnenden Bewohner von Riezlern mussten vor 500 Jahren eigene Wege gehen. Ihr jeweiliger „Somstiig“ (Saumsteig) führte nicht direkt vom Kirchdorf Riezlern, sondern wohl um das lawinengefährdete obere „Schmittentobel“ zu umgehen, vom Weiler Unterwestegg aus über die Westegger Alpen (und die damals noch ganzjährig bewohnte Sölleralpe) nach Kornau und Oberstdorf. Bereits um 1200 wurde der Weg als Viehtrieb über die Westegger Alpen und weiter durch das Kleinwalsertal genutzt. Auch vor der Ansiedelung der Walser war im Tal schon einiges los. Nach ihrer Ansiedelung drängten die taleinwärts liegenden Orte auf Verbreiterung und das Mitbenützungsrecht des Saumsteiges. Und so siegelte im Jahr 1423 der damalige Landesherr von Haimenhofen eine heute noch vorhandene Kaufurkunde, in welcher die Brüder Ulrich, Rudolf und Henni von Haimenhofen, als Söhne des Kunz von Haimenhofen „den erbaren Lüten den Wüstnern gemainklich im Tal zu Mittelberg“ und „den Rüzlern gemainklich“ einen vierzehn Fuß breiten Weg verkauften… . Der Kaufpreis betrug 35 rheinische Gulden und ein „Flädrinkopf“ (geschnitzter Holzbecher). Schließlich wurde so aus einem alten Viehtrieb der nichtwalserischen Besitzer der Alpe Westegg der Walser Landweg – und den Walsern dürfte der Verdienst der endgültigen Urbarmachung zufallen. So ging wohl der meiste Gütertransport ins Allgäu lange Zeit über die genannte Strecke. Die Walser durften fortan den Weg zum Fahren, Reiten, Treiben und sonst wie benutzen, ohne die angrenzenden Zäune, Felder und Bäume zu beschädigen. Auf der Amannsalpe, nahe der Ostgrenze, stand ein Wirtshaus. Es wird hauptsächlich den durchziehenden Säumern, mitunter aber auch den von Oberstdorf heimkehrenden Kirchgängern aus Riezlern als Einkehrhütte gedient haben. Der „Theodulhof“ in Unterwestegg mit seinen meterdicken Kellermauern legt Zeugnis ab vom einstigen Umschlagplatz eines regen Saumverkehrs, hier wurden die Schmalz- und Käsefässer den Saumrossen aufgeschnallt und von hier wurden die importierten Güter wie Korn, Salz, Wein u.a. mit zweirädrigen Karren auf dem holprigen Talsträßchen zu den Einzelkäufern gefahren.  So vollzogen sich Handel und Verkehr lange Zeit recht und schlecht auf diesem Wege. 150 Jahre später, um 1570, wurde auf Anregung des damaligen weitblickenden Amanns Peter Keßler der Landweg ausgebaut. Der Ausbau der heutigen Straßenlinie (Walserschanze) erfolgte dann um 1739, was das Leben der Talbewohner sicher um einiges leichter machte.

 

Vor der Amansalpe steht die Wendelinkapelle, die dem Heiligen Wendelin als Schutzpatron der Bauern, Hirten, Landleute, Schäfer und Holzfäller, für Flur und Vieh, gewidmet ist. 

 

Die Kapelle war vor einigen Jahren noch in einem schlechten Zustand. So entschlossen sich im Sommer 2003 die Mitbesitzer der Amannsalpe Gallus Greber, Norbert Felder, Otto Berwanger und Konrad Müller, „das Kappele“ wieder herzurichten.Die Eingangstüre, zwei Fenster und die Kniebank fertigte Gallus Berwanger. Das Türgitter ist aus Andelsbuch. Die Geißelungsfiguren restaurierte Wolfgang Müller. Alle weiteren Arbeiten wurden von den Alpbesitzern geleistet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf € 3.000. Am 7. September 2003 segnete Pfarrer Konrad Natter die Kapelle ein und stellte sie unter den Schutz des Heiligen Wendelin. Er ist der Patron der Hirten und Beschützer des Viehs. In der Kapelle stehen eine Wendelinsfigur und zwei Kerzenleuchter. Sie sind eine Leihgabe der Pfarrei Riezlern. Bei der Einsegnung waren bei herrlichem Wetter etwa 100 Personen zugegen. Nun lädt das schmucke „Kappele“ die Wanderer ein – zur Besinnung und zum stillen Gebet. (aus dem Theodulblettle 2020)

Zwischen Amannsalpe bzw. dazwischen kommt noch das Walser Älpele und  der Schrattenwangalpe liegt die markierte Staatsgrenze. Hier wurden zwischen 1632 und 1647 bis hinunter zur Walserschanz zum Schutz gegen die kriegerischen Schweden große Wasenmauern und Erdwälle errichtet. Solche einfachen Schutzmauern wurden „Schanzen“ genannt, daher der Name „Walserschanz“

Die Amannsalpe ist aktuell eine Gemeinschaftsalpe mit 32 Weiderechten und ca. 60 ha groß. Hat jemand nun 1 Weiderecht, so entspricht das einen Miteigentumsanteil von 1/32.

Es gibt aktuell vier Miteigentümer die alle in Riezlern wohnen. 

Amannsalpe
Amannalpe Karte
Amannalpe aktuelle Karte
Luftbild 1950er Jahre
Amansalpe