Schneiderküren Alpe (1555 m) verfallen

Lage:

Die Schneiderküren Alpe lag in der Mitte des Kürentals, knapp oberhalb Waldgrenze.  Das ist der kleine Einschnitt im Gottesacker Massiv, welcher von der Gottesackeralpe bis in den Ortsteil Hirschegg Küren / Wäldele reicht. Dort ist ein Wanderweg, der direkt an der heutigen Jagdhütte und dem historischen Platz der Steinzeitjäger vorbeiführt. 

Geschichte:

Vielerlei Bezeichnungen gab es in alten Urkunden für den Küren: 1451 Kürn, 1471 Ghürn, 1500 das gehierun, 1657 Alpe Gehüren, 1712 Kören.

Die Schneiderkürenalpe war noch bis Ende der 20er Jahren eine Sennalpe. Von hier wurden auch die mageren Weiden auf dem Gottesacker genutzt und die Tiere zur Hochalpe Gottesacker aufgetrieben. 

Dr. Max Eckert, welcher geologische Arbeiten am Gottesacker vornahm, schreibt: Die Bezeichnungen "Obere und Untere Schafalpen" (Schafweiden) bezeugen, dass der Mensch das öde Steingebiet sich nutzbar zu machen sucht. Früher weideten Schafe in dem so bezeichneten Terrain, da indes die Schafzucht allgemein zurückgegangen ist, so war sie erst recht in diesem Gebiet nicht mehr rentabel genug. Sie beschränkt sich immerhin noch auf 200-300 Stück auf die mit Karrensteinen besäte Fläche des Hohen Ifengipfels. Der Alpenwanderer, der zum ersten Mal vom Gottesacker zum Ifengipfel emporsteigt, ist gewöhnlich nicht wenig erstaunt, in einer Höhe von über 2000 m auf Schafherden zu stoßen. In die Oberen Schafalpen, ziemlich bis zur Mitte des Gottesackerplateaus, wird von der Schneiderküren Alpe aus Galtvieh (Jungvieh) getrieben. Der Viehtrieb führte an der Verwerfungsspalte (Kürental) entlang, und mit Stauen nahm Dr. Eckert die Geschicklichkeit der jungen Rinder wahr, wie sie die Schwierigkeiten der Zacken und Spalten zu überwinden verstanden. Dr. Eckert schildert seine Eindrücke aus dem Jahr 1890.

Bezüglich der Gottesackeralpe, welches die Hochalpe der Schneiderkürenalpe war ein paar Zeilen:

Georg Wagner schreibt in seinem Buch "Rund um Hochifen"

Bis 1892 waren die Privatbesitzer der Gottesackeralpe Engelbert und David Elsässer. Der Auf- und Abtrieb des Viehs durch das dolinenreiche Kürental war schwierig. 1886 bestand noch voller Sennbetrieb., 12 Stück Milchvieh und Galtvieh und etwa 7 Ziegen ließen sich leicht halten. Die Milch von Alpen auf Schrattenkalkgebiet hat mehr Fett (6 %) als auf die der Flyschalpen (4%). Das Futter ist wertvoller und dann am Ende ist die Butter auch besser.

Als die Alp 1892 in den Besitz des Fürsten von Wolfegg überging, wurde sie von Pächtern bewirtschaftet.; das Sennen hörte auf. Die Milch wurde in die tieferen Lager hinabgetragen. Die Sorge für Hütte und Alp war nun die Sache des Besitzers, darunter litt die pflegliche Behandlung. Auf seien "die Steine nur so aus dem Boden herausgewachsen". Nach 1905 wurde das Dach der Sennhütte vom Schnee eingedrückt und nicht mehr in Stand gensetzt. 1931 wurden zum letztenmal 6 Milchkühe aufgetrieben., von 1932 bis 1934 nur noch 16 Stück Galtvieh und eine Ziege. Für mehr als 21 Tage reichte das Futter nicht mehr aus. Eine kleine Felsenquelle, die früher immer gutes Wasser spendete, versiegte. Von der Hütte sind schreibt Wagner, nur noch 1950 Grundmauern vorhanden und bald fällt das Gebiet wieder ganz an die Gemsen zurück Die Jagd hat über die Viehwirtschaft gesiegt, begünstigt durch natürliche  Vorgänge.

Schneiderkürenalpe
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Luftbild Küren